Warum bauen wir den Wald der Zukunft?

Der Wald steht vor der vielleicht größten Herausforderung aller Zeiten, und das liegt am Klimawandel. Grundsätzlich kann der Wald zwar gut mit klimatischen Veränderungen umgehen, im Laufe der Jahrtausende haben sich Arten immer wieder angepasst oder sind verschwunden.

Windwurf Forstbetrieb Pongau (c) ÖBf-Archiv/ W. Simlinger
Windwurf Forstbetrieb Pongau (c) ÖBf-Archiv/ W. Simlinger

Doch durch den Einfluss der Menschen verändert sich das Klima mittlerweile so rasant, dass die Natur nicht mehr mitkommt. Alles wird schneller und extremer, die Durchschnittstemperaturen steigen und die Trockenheit nimmt zu. Sieben der wärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen gab es in den letzten zehn Jahren, und ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Österreich ist dabei eine der Regionen, in denen die Temperaturzunahme doppelt so stark ausfällt wie im weltweiten Durchschnitt. All das begünstigt den Waldschädling Nummer eins, den Borkenkäfer, der sich in dieser Umgebung hervorragend vermehrt. Die Spuren davon sind in den heimischen Wäldern schon deutlich zu sehen –und die Situation wird sich noch weiter zuspitzen.

Krimmler Ache (c) ÖBf-Archiv/W. Simlinger
Krimmler Ache (c) ÖBf-Archiv/W. Simlinger

Fast die Hälfte Österreichs ist von Wald bedeckt, und das soll auch so bleiben. Die Österreichischen Bundesforste betreuen rund 15 Prozent davon und haben auf ihren Flächen bereits begonnen, den Wald auf die zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten, ihn klimafit zu machen. Das Ziel ist ein artenreicher und bunter Mischwald, der sich über weite Teile aus eigener Kraft verjüngt. Vielfalt und naturnahe Bewirtschaftung sind die besten Voraussetzungen für den Wald, um dem Klimawandel standzuhalten.

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Der Wald ist aber nicht nur selbst vom Klimawandel betroffen: Er ist gleichzeitig auch einer unserer besten Helfer im Kampf gegen die Erderwärmung. Er liefert mit Holz einen nachhaltigen, also nachwachsenden Rohstoff. Er schützt vor Naturgefahren wie Muren und Lawinen, er sorgt für saubere Luft, filtert das Wasser und speichert große Mengen an Kohlenstoff. Gleichzeitig ist er Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen, er ist der Ort, in dem wir unsere Freizeit verbringen und uns erholen, und er ist ein wichtiger Arbeitsplatz.