Was bauen wir im Wald der Zukunft?

Das beste Mittel, den Wald vor Risiken zu schützen, ist die Vielfalt - je artenreicher ein Wald ist, desto besser ist er für die Folgen des Klimawandel gerüstet. Bunte Mischwälder sind widerstandsfähiger und haben eine bessere Chance, negative Umwelteinflüsse zu überstehen als reine Monokulturen.

Tanne-Naturverjüngung (c) ÖBf-Archiv/W. Simlinger
Tanne-Naturverjüngung (c) ÖBf-Archiv/W. Simlinger

In diesem Sinne werden wir auch unsere Wälder umbauen. Und dort wo heute noch Reinbestände wachsen, sollen in Zukunft viele Arten in unterschiedlichen Altersklassen wachsen. Für den Wald ist das sehr positiv. Und auch für die Artenvielfalt. Schon heute wachsen auf unseren Flächen bereits mehr als 60 verschiedene Baumarten, doch ihre Verteilung wird sich verändern. Besonders deutlich wird das am Beispiel der Fichte. Sie ist der mit Abstand häufigste Baum in Österreich wie auch im Bundesforste-Wald und damit der sogenannte Brotbaum der Forst- und Holzwirtschaft. Doch der Fichten-Anteil wird auf ÖBf-Flächen deutlich zurückgehen – von derzeit ca. 60 Prozent auf ca. 40 Prozent. Steigende Temperaturen und Trockenheit machen den Nadelbäumen in tiefen Lagen zu schaffen, dazu kommt noch der Waldschädling Borkenkäfer, der die dann geschwächten Fichten massenweise vernichtet. Unter 600 Meter Seehöhe und dort, wo sie nicht von Natur aus vorkommt, wird es in Zukunft kaum mehr Fichten geben. Weil es aber im alpinen Raum immer wärmer wird, kann die Waldgrenze bis zu 200 Meter nach oben wandern und das bedeutet mehr Lebensraum für die Fichte.

Dort, wo heute in tiefen Lagen noch Fichten stehen, könnten in Zukunft Douglasien wachsen, sie sind sehr widerstandsfähig und auch resistenter gegen Trockenheit. Aber auch Lärchen und Weiß-Tannen sollen sich gezielt Terrain zurückerobern. Ihre Wurzeln reichen besonders weit in den Boden und sind reich verzweigt. Damit gelangen sie auch in trockenen Zeiten an Nährstoffe und sind bei Stürmen fest verankert.

Laubhölzer wie Eiche oder Berg-Ahorn werden im Wald der Zukunft eine wichtige Rolle übernehmen. Speziell die Eiche kommt mit Trockenheit gut zurecht und kann sich nach Hitzephasen schnell wieder erholen. Der Berg-Ahorn hingegen kann sich als Allrounder – vor allem auf den kargen Böden vieler Schutzwälder – noch stärker behaupten.

Je naturnäher und vielfältiger der Wald, desto mehr Lebensräume gibt es in ihm. Das ist auch gut für die Tierwelt, denn im Wald der Zukunft gibt es mehr Platz für teils schon seltene Arten. Die Bundesforste überlassen dafür kleinere Flächen ganz der Natur, verzichten ganz bewusst auf forstliche Nutzung. Das schafft neue, natürliche Lebensräume für gefährdete Arten. Außerdem verbleibt ausreichend abgestorbenes Holz im Wald. Auch sogenannte Biotopbäume, die bei der Holzernte gezielt im Wald stehen gelassen werden, sind für viele Tiere wertvoll. Insekten, Spechte, Fledermäuse oder Eulen siedeln sich hier an.